Glückliche Kinder großziehen – das wünschen sich wohl alle Eltern. Doch oft übersehen wir, dass Kinder sich viel mehr an dem orientieren, was wir tun, als an dem, was wir sagen. Sie beobachten uns, nehmen unsere Stimmungen auf und lassen sich von unserem Verhalten leiten. Wenn wir ihnen ein erfülltes, ausgeglichenes Leben vorleben, geben wir ihnen das wertvollste Geschenk: eine natürliche Orientierung für ihr eigenes Leben. Doch wie gelingt uns das?
Finde heraus, was dich stärkt
Es ist leicht, sich in den Anforderungen des Alltags zu verlieren. Doch wer immer nur funktioniert, fühlt sich irgendwann leer. Was sind die Dinge, die dir Energie geben? Vielleicht ist es Musik, Sport, Schreiben oder ein Spaziergang in der Natur. Wenn du regelmäßig Zeit für das findest, was dir Freude bereitet, profitieren nicht nur du, sondern auch deine Kinder davon. Sie sehen, dass es wichtig ist, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, und lernen, es selbst zu tun.
Dein Alltag, deine Balance
Familienleben ist oft ein Balanceakt zwischen den Bedürfnissen aller. Aber wann hast du dich das letzte Mal gefragt, was du wirklich brauchst? Manchmal sind es schon kleine Dinge, die den Alltag angenehmer machen: ein bewusster Start in den Tag, eine kleine Auszeit mit einer Tasse Tee oder einfach das Zulassen von Pausen. Wenn wir lernen, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen, zeigen wir auch unseren Kindern, dass Selbstfürsorge etwas ganz Normales ist.
Kinder in den eigenen Entwicklungsprozess einbinden
Selbstentwicklung muss nicht heißen, dass man sich Zeit abseits der Familie nimmt. Im Gegenteil – es kann eine wunderschöne Erfahrung sein, Kinder mitzunehmen auf diesen Weg.
Ein persönliches Beispiel: Im Winter habe ich Yoga und Meditation für mich entdeckt. Ich habe meine Kinder gefragt, ob sie mitmachen möchten, aber mein zehnjähriger Sohn hat gemerkt, dass es ihm auch guttut – vermutlich vor allem, weil es gemeinsame Zeit ist und er sieht, wie es mir dabei geht. Jetzt machen wir es öfter. Manchmal nur ein paar Minuten, manchmal länger. Es ist kein „Müssen“, sondern etwas, das uns beiden Freude bringt.
Ein anderes Beispiel: Wenn du gerne draußen mit dem Schnitzmesser sitzt und schnitzt, warum nicht auch eins für dein Kind dabeihaben? Die Motivation kommt oft von selbst – und wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Ich empfehle aber auch andere kreative Dinge wie Malen, Musik oder Töpfern. Kreativität schafft Ausdruck und ist ein wichtiger Teil persönlicher Entwicklung. Ich kenne Eltern, die sich sehr darum bemühen, dass ihre Kinder kreativ sein können, Materialien bereitstellen, Strukturen schaffen. Doch der umgekehrte Weg ist mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser: Einfach tun. Die Kinder müssen nicht immer im Mittelpunkt stehen – sie folgen uns ganz natürlich, wenn es uns gut geht.
Lebe, was du für dich und dein Kind möchtest
Wir wünschen uns, dass unsere Kinder gesund sind, dass sie auf ihre Gefühle achten und sich Pausen nehmen. Doch leben wir ihnen das auch vor? Wenn wir möchten, dass sie später gut für sich selbst sorgen, dürfen wir es ihnen vorleben. Sei es durch bewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung oder den Mut, Grenzen zu setzen – wir dürfen uns selbst die gleiche Aufmerksamkeit schenken, die wir unseren Kindern geben.
Fazit: Dein Wachstum ist ihr Wachstum
Sich als Eltern selbst zu entwickeln, ist kein Egoismus – es ist eine der wertvollsten Investitionen, die wir in unsere Kinder machen können. Indem wir unser eigenes Potenzial entdecken und entfalten, schaffen wir eine Atmosphäre, in der auch sie sich frei entwickeln können. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, immer wieder bewusst zu reflektieren: Lebe ich das Leben, das ich mir für meine Kinder wünsche?
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